Die Anfänge der Detektivliteratur in Argentinien

Rezeption, Umgestaltung und Erweiterung deutscher, englischer und französischer Gattungsmuster


1. Auflage, 2013
55 Seiten

ISBN: 978-3-8253-6245-4
Sortiment: Buch
Ausgabe: Kartoniert
Fachgebiet: Romanistik
Reihe: HeLix im WINTER, Band: 3
lieferbar: 04.11.2013

Schlagwörter: Wilson, William, Holmberg, Eduardo Ladislao, Groussac, Paul, Quiroga, Horacio, argentinische Literatur, Waleis, Raúl, Borges, Jorge Luis, Grupo Sur, Detektivliteratur, Kriminalliteratur


Die Entstehung der Detektivliteratur in Argentinien, des ‚género policial‘, wird von der Forschung traditionell mit der literarischen Produktion im Umfeld der Zeitschrift ‚Sur‘ um 1940 in Verbindung gebracht. Tatsächlich sind, so die These, die Anfänge der Detektivliteratur auf die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurückzudatieren. Die Mitglieder des ‚Grupo Sur‘ verteidigten einen ganz bestimmten Typus der Detektiverzählung, die englische ‚Detective Story‘, unter Zurückdrängung der französischen und deutschen Kriminalliteratur. Einen Einfluss dieser konkurrierenden Modelle auf die argentinische Detektivliteratur des 19. Jahrhunderts stritten sie daher stets ab.

In diesem Beitrag wird hingegen die Auffassung vertreten, dass die frühen Werke der argentinischen Kriminalliteratur in ihrer Gesamtheit eine eigene, ernstzunehmende literarische Gattung konstituieren. Sie weisen gemeinsame Merkmale und Motive auf, entstehen aus der Rezeption und Umgestaltung unterschiedlicher Gattungsmuster der deutschen, englischen und französischen Literatur und zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem später vorherrschenden einseitigen Modell einer rein deduktiven Ermittlung bereits von Anfang an erstaunlich kritisch gegenüberstehen.

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Bernd G. Bauske in: Krimi-Tipp (BoKAS), Nr. 60, URL: http://www.bokas.de/krimitipsechzig.html