Aufbau und Inhalt der umbrischen Gebetstexte

Untersuchungen zu den Fachbegriffen ‚uestisia‘, ‚uesticatu‘ und ‚uest(e)is‘


38,00 € *

1. Auflage, 2020
117 Seiten

ISBN: 978-3-8253-4643-0
Sortiment: Buch
Ausgabe: Gebunden
Fachgebiet: Indogermanistik
Reihe: Indogermanische Bibliothek. 3. Reihe: Untersuchungen
lieferbar: 20.03.2020

Schlagwörter: Etymologie, Latein, Sprachgeschichte, Morphologie, Semantik, Pragmatik, historische Sprachwissenschaft, Ritualforschung, Umbrisch, Religionswissenschaft, Gebetstexte, Italische Sprachen


Die Untersuchung widmet sich drei wichtigen Begriffen der umbrischen Ritualbeschreibungen: dem Nomen ‚uestisia‘ sowie den beiden Verben ‚uesticatu‘ und ‚uest(e)is‘. Durch eine systematische Untersuchung aller Belege werden die Kontexte erschlossen, in denen diese Lexeme auftreten, um die Funktionen der so bezeichneten Referenten bzw. Handlungen innerhalb der Rituale zu identifizieren. Das Nomen ‚uestisia‘ bezeichnet ein spezifisches Opfergebäck; der Verbalausdruck ‚uesticatu‘ verweist seinerseits auf die Verwendung dieses Gebäcks, wodurch in bestimmten Ritualphasen die Repräsentation der vertrauensvollen Haltung des Opfernden auf der Handlungsebene möglich ist. Diese wird durch die parallel geäußerten Gebete auch auf der Sprachebene zum Ausdruck gebracht. Entgegen bisheriger Auffassungen ist ‚uest(e)is‘ weder etymologisch noch synchron zu ‚uestisia‘ und ‚uesticatu‘ zu stellen, sondern referiert vermutlich auf die Körperhaltung des Opfernden beim Aussprechen der Gebete (etwa "leicht gebeugt").

""
Riccardo Massarelli in: Incontri Linguistici, 44 (2021), 195-198

""
Gilles van Heems in: Bulletin de la Société de Linguistique de Paris, 115.2 (2020), 115-116