Friedrich Theodor Vischer ist wegen der Eigenart seiner Intellektualität, die mit den etablierten Wissenschaftskategorien schwer zu begreifen ist, in Vergessenheit geraten. Er gilt als Ästhetiker, der nach Schiller, Schelling und Hegel die letzte monumentale Ästhetik des 19. Jahrhunderts vorgelegt hat. Sein satirisch-philosophischer Gelehrtenroman ‚Auch Einer’ (1878) wurde bis in die 1920er Jahre hochgeschätzt, seine Parodie auf Goethes ‚Faust II’ zählt zu den besten deutschen Literaturparodien. Vischer saß im Paulskirchenparlament, schrieb Mode- und Kunstkritiken, wurde wegen Pantheismus von seinem Tübinger Ordinariat suspendiert und gehörte zu den führenden Vertretern der Goethe- und Faust-Philologie seiner Zeit. Das vielgestaltige, in weiten Teilen noch unerforschte Werk des rastlos produktiven und vielfältig begabten Vischer stellt eine Herausforderung für interdisziplinäres Denken und ein kulturwissenschaftliches Wissenschaftsmodell dar.

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Lothar L. Schneider in: Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft, 2012, 175ff

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Niklas Hebing in: Göttingische Gelehrte Anzeigen, 265 (2013), Heft 3/4, 180ff

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Friedrich Winterhager in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, 112 (2012), 470ff

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Karl-Martin Hummel in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, 71 (2012), 593ff

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Olaf Briese in: Forum Vormärz-Forschung, 17 (2011), 431ff

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Cord-Friedrich Berghahn in: Zeitschrift für Germanistik, XXII - 1/2012, 217ff