Cusanus-Texte / Band III: Marginalien / Band 5: Apuleius. Hermes Trismegistus. Aus Codex Bruxellensis 10054-56


Commentary by: Pasquale Arfé

1. Edition, 2004
196 Pages

ISBN: 978-3-8253-1596-2
Product: Book
Edition: Softcover
Subject: Philosophie
Series: Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Volume No.: 32
Available: 11.11.2004


Keywords: Kues, Nikolaus von, Apuleius, Deus unus omnia, Spätantike


Die Marginalien des Nicolaus Cusanus in seinen Handschriften sind ein aufschlußreiches Zeugnis dafür, mit welcher Intensität und in welchem Sinne er sich zentrale Texte der philosophisch-theologischen Tradition aneignete - u.a. Platon, Aristoteles, den Neuplatoniker Proklos, Dionysius Areopagita, Eriugena, Raimundus Lullus, Meister Eckhart. Der vorliegende Band enthält die Marginalien zu Apuleius' 'De deo Socratis', 'De Platone et eius dogmate', zu einer Paraphrase der pseudoaristotelischen Schrift 'De mundo' und zum ?Asclepius', der dem legendären Hermes Trismegistus zugeschrieben wird. Sie lassen auf Cusanus' aufmerksame, kritische und zugleich sympathetische Lektüre dieser Texte schließen. Aus Apuleius lernt Cusanus eine spätantike Dämonen-Lehre kennen - vor allem die vermittelnde Aktivität der 'daemones', die Cusanus mit den christlichen Engeln in Verbindung setzt. Der apuleianische Gedanke, daß verschiedene Riten auf Einen Gott bezogen sind, kehrt in dem cusanischen Grundsatz eines "Friedens im Glauben" wieder: una religio in rituum varietate. 'De Platone' zeigt ihm rudimentäre platonische Konzeptionen, z.B. den Zusammenhang der drei Prinzipien Gott - Materie - Ideen und die mathematische Struktur der Welt. Die Beschreibung der Funktion der Weltseele und der Begriff des spiritus werden für Cusanus bedeutsam in seiner Kritik an der mittelalterlichen Identifikation der Weltseele mit dem Heiligen Geist. Mit Hermes Trismegistus, "dem heidnischen Propheten der christlichen Offenbarung", gibt es für ihn Konvergenzen trotz aller Unterschiede im Begriff Gottes als einer transzendenten und zugleich der Wirklichkeit insgesamt creativ immanenten Wesenheit, ein Gedanke, der bestimmend ist für die cusanische Einheit von complicatio und explicatio in Gott; weiter in der Theorie der All-Einheit (deus unus omnia), in bestimmten Fragen der Anthropologie - der Mensch als imago dei, der Mensch als "zweiter Gott" - und im Begriff des Intellektes.

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Bernard Stenuit in: Les Études Classiques, 74,2 (2006), 177

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in: Medioevo Latino, XXVII (2006), 446f [3243]

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in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 61,2, S. 699f