Minnas starke Schwestern

Bürgermädchen in deutschen Lustspielen 1740–1770



Die Studie untersucht anhand populärer Lustspiele auf den Theatern des 18. Jahrhunderts die rhetorischen Strategien und argumentativen Positionen starker Bürgermädchen innerhalb eines vielstimmigen und kontroversen Liebes- und Heiratsdiskurses. Im Kern geht es dabei immer wieder um die auf die Bühne gebrachte Frage nach den Wahlmöglichkeiten und Entscheidungsfreiheiten der Töchter und zukünftigen Ehefrauen.

Als eines der wenigen bis heute bekannten Stücke ist Lessings Komödie ‚Minna von Barnhelm‘ als Paradigma der zeitgenössischen Lustspiel-Gattung Teil des deutschen Theaterkanons geblieben. Im starken Fokus auf Lessing ging der Blick jedoch weitestgehend verloren für die vielen anderen starken Bürgermädchen, die schon seit den 1740er Jahren auf deutschen Bühnen mit Geschick und Schlagfertigkeit ihre Interessen durchsetzen und selbstbewusst für ihre freie Partnerwahl und gegen die Widerstände von Vätern, Müttern und Vormündern eintreten.

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Martin Schippan in: Informationsmittel (IFB), 28.4 (2029´) [#6906], URL: http://informationsmittel-fuer-bibliotheken.de/showfile.php?id=10460