Funktional-strukturale Ethnographie in Europa

Texte aus den 1920er und 1930er Jahren zu Brauchtum, Folklore, Theater und Film



Der russische Ethnograph Petr G. Bogatyrev (1893–1971) war Vertreter des klassischen Prager Strukturalismus. Früh übertrug er die Prinzipien der funktional-strukturalen Methodologie in die Ethnographie und Theaterwissenschaft. Während seiner Prager Jahre verlegte er seine Feldforschungen auf volkskulturelle Traditionen in Mähren, der Slowakei und Karpatorussland. Anders als die meisten Fachkollegen seiner Zeit interessierten ihn aber auch in diesen kulturellen Reliktgebieten vor allem die Auswirkungen gesellschaftlicher Modernisierung auf lokales Brauchtum und die Kontaktphänomene zwischen den regionalen Traditionen. Mit dieser Gewichtsetzung auf Modernisierung und Hybridisierung in der Volkskultur wurde er zu einem Vorläufer der heutigen Europäischen Ethnologie. Seine Analysen zum (Volks)theater und Film greifen der modernen Theater- und Filmsemiotik voraus.
Der Textband versammelt methodologisch grundlegende Arbeiten Bogatyrevs aus den Jahren 1923 bis 1939 in deutscher Übersetzung.

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Gabriela Kiliánová in: Slovenský národopis / Slovak Ethnology, 63 (2015), 308ff

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Bohumil Vykypel in: Linguistica Brunensia, 62.2 (2014), 136ff

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Wolfgang F. Schwarz in: Kritikon Litterarum, 40 (2013), Heft 3/4, 194ff

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Christine Burckhardt-Seebass in: Rheinisch-Westfälische Zeitschrift für Volkskunde, 58 (2013), 275ff

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Céline Trautmann-Waller in: Revue des études slaves, LXXXIII/4, 2012, 1185ff

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Jessica Merrill in: Journal of Folklore Research, 26.9.2012 [http://www.indiana.edu/~jofr/review.php?id=1361]