Wechselspiele

Kommunikationsformen und Gattungsinterferenzen mittelhochdeutscher Lyrik


1. Auflage, 1996
279 Seiten

ISBN: 978-3-8253-0341-9
Sortiment: Buch
Ausgabe: Kartoniert
Fachgebiet: Germanistik
Reihe: Germanisch-Romanische Monatsschrift. Beihefte, Band: 13
lieferbar: 16.01.1996

Schlagwörter: Hugo von Montfort, Sangspruchdichtung, Reinmar von Zweter, Gottfried von Straßburg, Ulrich von Liechtenstein, Performativität, Ritualität, Minnesang, Gattungsforschung, mittelhochdeutsche Lyrik


Fragen nach funktionsgeschichtlichen Bedingungsgefügen von Texten zielen auf die Regeln ihrer kommunikativen Verwendung. Diese aber können den überlieferten Texten selbst meist nur im Reflex und jedenfalls nie vollständig abgelesen werden. Vor allem nämlich sind solche Regeln in Gattungsnormen sedimentiert und in sozialen Situationen der Performanz von Lyrik konventionalisiert, dort also, wohin es für die literarhistorische Forschung schwerlich einen direkten Zugang gibt. Wo der Einzeltext den Gattungsbezug wechsele, dort müßte am ehesten auf die Spur dieser Regeln des öffentlichen ästhetischen Sprechens zu kommen sein, welche in Gattungen als literarisch-sozialen Institutionen sich verfestigen.

Anderseits und zugleich ist es methodologisches Ziel, auf jenen Fragen nach den kommunikativen, und das heißt zunächst wohl vor allem performativen Kontexten der mittelalterlichen deutschen Lyrik zu insistieren, welche sich allenfalls in besonders günstig gelagerten Fällen mittels doktunentarischer Materialien erhellen lassen werden. Es geht also um die pragmatischen Dimensionen der interpretierten Texte oder um das, was sich aus Ihnen über die pragmatischen Dimensionen mittelalterlicher Lyrik überhaupt lernen läßt, es geht um die Bindung der Texte an den Vorgang der Aufführung, aber auch um die Auflösung dieser Bindung im Prozeß fortschreitender Verschriftlichung der Lyrik.

 
 
 

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